Meine Nähecke oder der Traum vom eigenen Nähzimmer

Nähzimmer

Ein eigenes Nähzimmer, am besten noch mit großem Zuschneidetisch, Bügelbrett und großen Schränken mit viel Stauraum für Stoffe und Zubehör. Welches Näh-Nerd-Herz würde da nicht höher schlagen. Aber einen solchen Luxus gibt unsere Wohnung einfach nicht her. Der Schreibtisch im Gästezimmer ist bereits durch den Computer belegt und selbst für einen ausklappbaren Tisch findet sich keine freie Ecke mehr. Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch (auch wenn das Wort Not nicht so recht passt wenn man eine Wohnung und mehrere Nähmaschinen hat).

Ich persönlich finde es immer sehr interessant in anderen „Schaltzentralen“ zu stöbern und Ideen und Inspirationen für gute Organisations- und Aufbewahrungsmöglichkeiten zu sammeln. Daher möchte ich euch einmal zeigen wie meine Nähecke im Wohnzimmer aussieht. Vielleicht findet die eine oder andere ein paar Inspirationen und Lösungen für ihr eigenes Nähreich.

Kleine Vorwarnung: Jetzt kommt eine Bilder- und Textflut 😉

Selbst im Wohnzimmer haben meine treuen Helfer keinen festen Platz gefunden, oder, um es positiv zu formulieren: die Nähecke kann sich ganz gut im Wohnzimmer verstecken. (Falls ich gerade mal kein Projekt habe, oder Gäste vor der Tür stehen.)

Nähzimmer

In diesem Fall kommen die beiden Nähmaschinenhauben zum Einsatz. Sie sind aus den Reststücken der Gardinen genäht und passen sich auch sonst ganz gut in das Wohnzimmer-Farbkonzept ein. Die restlichen Nähutensilien und das Stofflager verschwinden in zahlreichen Kisten und hinter den Schranktüren.

Nähzimmer

Die Schnitte für die Nähmaschinenhüllen habe ich mir selbst zusammengebastelt. Und gleich einige tolle Zierstiche und Funktionen meiner Elna Excellence 680 ausprobiert. Das ist bereits so etwas wie eine Tradition, mit einer neuen Nähmaschine zur Einweihung eine passende Haube zu nähen. Mit dem Effekt, dass meist nicht alles so hundertprozentig passt. Aber ich mag sie trotzdem. Vielleicht erzähle ich euch demnächst mehr dazu. Mit meiner Elna bin ich übrigens voll und ganz zufrieden.

Wenn der Besuch aus der Tür raus ist, verschwindet wieder ein Teil des Wohnzimmers und macht der Nähecke Platz. Als Zuschneidetisch sowie für Nähmaschine und Overlock muss der Wohnzimmertisch herhalten. Das wird dann zwar schonmal eng, aber zur Not gibt es immer noch den Boden zum Zuschneiden.

Nähtisch

So aufgeräumt wie hier sieht es leider immer nur in den ersten fünf Minuten aus. Spätestens dann beginnt die Suche nach irgendeinem „das hatte ich doch gerade noch in der Hand“-Gegenstand. Um dem ein bisschen abzuhelfen hat jedes einzelne Teil eigentlich seinen festen Platz. Zum Beispiel gibt es direkt in der Nähmaschinen-Unterlage diese praktischen Fächer für Schere, Lineal etc. Aber wenn man die Sachen sucht, sind sie natürlich nie da wo sie hingehören. Und wenn sie mal an ihrem Platz sind, dann kommt man garantiert nicht auf die Idee dort nachzuschauen. Kennt ihr das?

Nähutensilien

Die schöne Plätzchendose vom großen Kafferöster dient übrigens als Tischmülleimer. Da hinein wandern alle Fäden und kleinen Stoffreste die beim Nähen so anfallen. Da ich eher so der Sammler-Typ bin werden alle größeren Stoffreste aufgehoben. Und mit größer meine ich: gerade groß genug um vielleicht noch für einen Quilt, eine Applikation oder ähnliches herzuhalten. Zur Aufbewahrung dieser kleinen Stoffstücke dienen mir ein paar durchsichtige Plastikboxen, die sehr praktisch, aber leider immer zu klein sind. Sortiert nach Webware, Jersey/Sweat und (Bügel-)Vlies warten diese Reste auf ein geeignetetes Projekt. Und bevor ihr jetzt fragt, ja, es gibt solche Projekte und nein, die Stoffreste gehen mir nie aus 😉

Stoffaufbewahrung

Auf dem Foto seht ihr außerdem wie ich meine Stoffe und größere Stoffreste aufbewahre. Die kleineren falte ich auf 15 x 15 cm, die größeren auf 15 x 30; wobei letzteres der Tiefe meines Stoffschrankes entspricht. Ich benutze dafür mein 15 x 60 cm Patchworklineal. Die Idee zu dieser Faltmethode habe ich – wie so vieles – bei Pinterest gefunden. Hier könnt ihr das Tutorial nachlesen. Durch diese Methode werden die Stoffstapel schön gleichmäßig und man kann den vorhandenen Raum im Schrank perfekt ausnutzen. Darin sieht es bei mir zur Zeit so aus:

Stoffschrank

Hier im Schrank finden neben den Stoffen auch noch einige Kisten und – ganz wichtig – mein kleines Reisebügeleisen Platz. Letzteres war ein Spontankauf im Kofferladen und hat sich als überaus nützlich erwiesen! Kann ich jedem nur empfehlen, der bisher noch mit jeder kleinen Naht, die auseinander gebügelt werden will, zum großen Bügelbrett und -Eisen rennt. Meines steht eine Treppe entfernt, was zu Vor-Reisebügeleisen-Zeiten oft eher in eine sportliche Tätigkeit ausgeartet ist. Außerdem ist dieses kleine Bügeleisen schnell warm und kommt gut in die kleinsten Ecken ohne das man sich dabei anderswo Falten einbügelt.

Im Hintergrund seht ihr ein sogenanntes Kleinteilmagazin aus dem Baumarkt. Ebenfalls ein sehr nützliches, leicht zweckentfremdetes Nähzubehör. Die kleinen und großen Schübe eignen sich perfekt um Kam Snaps und anderen Kleinkram aufzubewahren. Die Dr. Oetker-Blechdose habe ich vor Jahren mal bei meiner Mutter abgestaubt und seitdem als Nähkästchen benutzt. Darin befinden sich die wichtigsten Nähutensilien wie Nadelmäppchen, Scheren, Rollschneider, (Kreide-)Stifte und Stecknadeln. So hat man alles gleich mit einem Griff beisammen.

Nähkästchen

Habt ihr auch zwei Scheren zum Nähen? Man muss ja doch immer mal etwas schneiden wo die Stoffschere keinesfalls dran darf. Schnittmuster zum Beispiel. Bei uns war es dann immer so, dass die verschiedenen Scheren aus der ganzen Wohnung ins Wohn-/Nähzimmer gewandert sind und leider nur selten den Weg wieder zurück gefunden haben. Da hat der Lieblingsmann kurzen Prozess gemacht, mir eine Papierschere für das Nähkästchen geschenkt und die Scherenwanderung so unterbunden. Außerdem hat er noch gleich eine kleine Stickschere dazu bestellt die ich jetzt auch nicht mehr missen möchte.

Das magnetische Nadelkissen ist auch ein Überraschungsgeschenk von meinem Mann gewesen. (Ihr seht schon warum er mein Lieblingsmann ist 😉 ) Zuerst war ich ein bisschen skeptisch ob sich der Magnet mit der elektronischen Nähmaschine verträgt. Und ich achte auch sicherheitshalber immer darauf das Nadelkissen nicht zu dicht an die Maschine zu legen. Aber ich habe mich doch recht schnell damit angefreundet und benutze das selbstgenähte Nadelkissen gar nicht mehr.

Ähnlich ging es mir mit den Stoffklammern. In diesem Fall zwar selbst angeschafft (für ein Nähprojekt mit Kindern), aber zuerst auch nur mit großer Skepsis benutzt. Man kann nicht einfach drüber nähen (wie bei quer gesteckten Nadeln), sie haben ein deutlich merkbares Eigengewicht und sind schnell mal im Weg. Aber auch hier haben mich die Vorteile schnell überzeugt. Gerade beim Einnähen von Reißverschlüssen, beim Nähen von dehnbaren Stoffen und generell bei der Overlock mag ich sie gar nicht mehr missen.

Nähkästchen

Da der Stauraum im Schrank relativ begrenzt ist, gibt es links und rechts noch einen Stapel Holzkisten – ebenfalls aus dem Baumarkt. Hier kommen zum Beispiel die Garnrollen unter. Es gibt zwar viele schöne Garnrollenhalter zu kaufen und auf meinem Pinterest habe ich verschiedenste tolle DIY-Ideen dazu entdeckt, die sind aber als Wohnzimmer-Deko nur bedingt geeignet.

Meine Webband-Sammlung ist gar nicht mal übermäßig groß, trotzdem ist die Entropie in dieser Kiste immer besonders groß (ja ich weiß, bei Entropie handelt es sich gar nicht um ein Maß der Unordnung, sondern um kleine blaue Kugeln ;D ).

Webbänder-Aufbewahrung

Für das Foto habe ich mal alle losen Enden mit Stecknadeln befestigt. Müsste ich jetzt nur noch so beibehalten. Aber vielleicht probiere ich auch noch eine andere Variante der Aufbewahrung aus. Auf Pinterest habe ich dazu einige Inspirationen gesammelt.

Garnrollenaufbewahrung

Diese Unterfadenspulen-Aufbewahrung ist übrigens auch eine Idee die ich über Pinterest gefunden habe und zwar hier. Funktioniert wirklich super. Einfach ein Stück Gartenschlauch aus dem Baumarkt der Länge nach aufschneiden. Die Spulen sitzen darin so fest, das sie sich nicht abwickeln und folglich auch nicht verheddern können. Diese Art der Aufbewahrung ist mir persönlich sogar noch lieber als die „professionelle“ in Unterspulen-Boxen.

Das Beste was ich allerdings bisher in Punkte Unterspulen-Aufbewahrung gesehen habe, sind die „Easy-Bobbins“ von Elna. Diese Spulen haben an der Unterseite eine blaue Scheibe. Zwischen dieser Scheibe und der Spule kann das Fadenende einfach eingeklemmt werden.

Easybobbin

So, habt ihr bis hierher durchgehalten? Wenn ihr noch weitere Nähzimmer und Aufbewahrungsmöglichkeiten anschauen wollt, schaut euch doch einfach mal mein Pinterest-Board an. Oder ihr schaut bei Sabine vorbei, die inzwischen schon über 300 Machtzentralen bei sich gesammelt hat.

 

Liebe Grüße

Metti

 

 

2 Replies to “Meine Nähecke oder der Traum vom eigenen Nähzimmer”

  1. Die Faltmethode mit dem Patchworklinieal ist echt toll! Hab ich direkt einen Tag mit verbracht und jetzt ist mein Stoffregal endlich mal ordentlich… das einzig doofe ist, dass man sich wenn man die Stoffe hochnimmt öfter mal an den Stecknadeln piekst. Muss ich mir noch was einfallen lassen…

    1. Liebe Miri,

      die Stecknadeln lasse ich einfach weg. Dann gibt es kein pieksen. Und es hält auch so ganz gut. Aber vielleicht hast du ja noch eine bessere Idee, dann sag gerne Bescheid 🙂

Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen!