Babynest nähen

Babynest nähen

Wie vor ein paar Wochen angekündigt, wird es in der nächsten Zeit häufiger um Baby-Näh-Projekte gehen. Überall im Netz findet man tolle Ideen und Anleitungen und es gibt wohl kaum etwas schöneres, als in dieser Zeit der Vorfreude und Vorbereitung selbst etwas für das eigene Baby zu fertigen. Heute möchte ich euch ein Babynest zeigen, das ich – leicht verändert – nach dieser Anleitung genäht habe.

Babynest

Der Trend solche Nester zu benutzen kommt wohl aus Skandinavien. Sie können im Babybett, auf dem Sofa, zum sicheren Schlafen im Elternbett, als Reisebett etc. benutzt werden. Dabei geht es einerseits darum, dass das Baby im Nest eingekuschelt liegen kann „wie in Mamas Bauch“ und nicht verloren im anfangs doch recht großen Babybett liegt. Andererseits kann dem Baby so auch unterwegs der gewohnte Schlafplatz angeboten werden.

Babynest

Mich hat eine gute Freundin auf die Babynester aufmerksam gemacht. Da wir kein Beistellbett in unserem Schlafzimmer stellen können scheint mir diese Möglichkeit optimal zu sein. Allerdings steht der Praxistest natürlich noch aus…

Man kann die Babynester auch fertig kaufen, aber sie sind wirklich leicht selbst genäht. Inzwischen findet man auch eine ganze Reihe von Anleitungen dazu im Netz. Ich habe die Anleitung aus dem Blog „Vom Sommer“ verwendet, aber die verschiedenen Anleitungen unterscheiden sich kaum. Allerdings habe ich am Fußende eine Klappe ergänzt, mit der die Bindebänder (zum Verstellen des Nests) abgedeckt werden können. Aus Sicherheitsaspekten ist eine solche Klappe sicher nicht unbedingt nötig, da sich die Bänder wie gesagt am Fußende befinden. Aber ich finde es so einfach schöner und „ordentlicher“. Damit ihr das Babynest auch mit einer solchen Klappe nähen könnt, habe ich euch die einzelnen Arbeitsschritte mit fotografiert. Bitte lest aber unbedingt auch die verlinkte Anleitung. Zum Einen will ich mich nämlich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken. Zum Anderen beschreibt Resi die einzelnen Schritte dort ausführlicher.

Babynest

Zunächst benötigt ihr natürlich den eigentlichen Schnitt für das Babynest. Resi stellt ihn hier zum Ausdrucken in DIN A2 zur Verfügung. Ich habe die Maße einfach mit Patchwork-Lineal und einem selbstgebastelten Zirkel aus Kordel, Stecknadel und Stoffmarker direkt auf den Stoff übertragen. Danach näht ihr Vorder- und Rückteil des Babynests rechts auf rechts aufeinander, wobei die Unterseite zuerst offen bleibt. Ich habe etwas weiter als in der Anleitung angegeben zugenäht um später möglichst wenig mit der Hand schließen zu müssen. (Ja, da bin ich faul. Ich weiß.)

Nachdem in den Rundungen die Nahtzugabe eingeschnitten und die Naht so gut wie möglich auseinandergebügelt ist, wird das Schräg- (oder Rips-)Band aufgenäht. Das ist der schwierigste Teil im ganzen Nähprojekt. Aber wenn man das Band einfach Stück für Stück beim Nähen mittig auflegt, funktioniert es ganz gut.

Babynest

Am Ende habe ich das Schrägband doppelt umgeschlagen um die Kante zu sichern. Wenn man die inneren Ecken dann ca. im 45° Winkel nach innen faltet, bekommt man einen schönen Abschluss. Übrigens benötigt man ungefähr 2,30m Schrägband. Ich hatte nur 2m gekauft und bin nur Dank eines sehr großzügigen Zuschnitts damit ausgekommen.

Babynest

Jetzt könnt ihr die Kordel durch den so entstandenen Tunnelzug ziehen (z.B. mit Hilfe einer Sicherheitsnadel) und an beiden Enden mit einem Kordelstopper sichern.

Ab dem folgenden Schritt bin ich anders vorgegangen, als in der Anleitung. Statt den Rand der Liegefläche abzusteppen, habe ich das Babynest wieder auf links gewendet. Ich habe das Volumenvlies (ca. 2cm dick) ein paar Zentimeter größer als die Liegefläche zugeschnitten und mit sehr großen Stichen auf die eine Seite des Nests geheftet. Damit habe ich sichergestellt, dass das Vlies beim Wenden und Absteppen nicht mehr verrutschen kann.

Für die Klappe habe ich zwei Rechtecke von 20 x 47 cm zugeschnitten und an drei Seiten rechts auf rechts zusammengenäht und gewendet. Ich habe hier auf beiden Seiten ein Reststück der Wickeltasche verwendet, aber man könnte natürlich auch wie beim Nest selbst, zwei verschiedene Stoffe kombinieren. Außerdem braucht man einen Streifen von 4×25 cm, der an der Längsseite zusammengenäht und ebenfalls gewendet wird. Bei diesem Streifen habe ich nur mit einer Nahtzugabe von ca. 0,7cm genäht und nicht wie sonst mit 1cm NZ.

Babynest

Durch diesen Tunnelzug zieht man jetzt ein schmales, ca. 18

cm langes Gummi und fixiert es an beiden Enden mit einem Zickzackstich.

Babynest

Babynest

Jetzt wird es noch einmal ein ganz kleines bisschen kniffelig. Das rechteckige Stück der Klappe wird mit dem offenen Ende mittig zwischen Vorder- und Rückseite des Babynests gesteckt. Das Band mit dem Gummi, wird rechts und links davon ebenfalls mit den offenen Enden an die Kante gesteckt. Am Besten fixiert ihr das Band mit ein paar Nadeln, so dass es beim Nähen nicht versehentlich irgendwo mitgefasst wird. Auf dem Foto könnt ihr es denke ich ganz gut erkennen.

Babynest

(Wenn ihr genau schaut könnt ihr sehen, dass ich die Naht schon geschlossen hatte bevor mir die Klappe wieder einfiel… Aber der Nahttrenner soll ja auch nicht meinen er würde nicht mehr gebraucht, stimmt’s?)

Jetzt könnt ihr die untere Naht schließen. Näht dabei etwas um die Ecke und schneidet dann die Nahtzugabe in den Ecken ein. Allerdings sollte das offene Stück auf beiden Seiten noch so groß sein, dass ihr bequem mit der Hand hineinfassen könnt. Sonst wird das Wenden und Ausstopfen schwierig bzw. unmöglich.

Babynest

Jetzt könnt ihr das ganze Nest wieder wenden und von rechts die Liegefläche absteppen. Steckt dafür am Besten alle drei Lagen mit Stecknadeln fest, damit beim Nähen nichts verrutscht.

Babynest

Ich habe die Liegefläche nicht im Abstand von 8cm gequiltet, sondern mit insgesamt drei diagonalen Linien. Dabei habe ich das Sternenmuster als Anhaltspunkt genommen. Ist das erledigt, kann der äußere Bereich mit Stopfmaterial ausgefüllt werden. Ich habe dafür den Inhalt von ca. 3 kleinen Kissen vom großen schwedischen Möbelladen verwendet. Jetzt noch die Wendeöffnungen mit der Hand schließen und ihr seid fertig.

Babynest

Meine Kordelstopper passen farblich nicht so perfekt. Aber da man sie dank der Klappe sonst nicht sieht, habe ich einfach vorhandene verwendet.

Babynest

Die Klappe kann jetzt einfach über die miteinander verknoteten Enden des Babynests gezogen werden und verdeckt so die Kordeln.

Babynest

Zieht man sie noch durch das Gummiband auf der Rückseite verrutscht auch nichts.

Babynest

Das Babynest kann – wie ihr auch auf den Fotos sehen könnt – von beiden Seiten benutzt werden. Beim Wenden zieht ihr einfach die Klappe einmal unter dem Gummiband durch. Babynest

Was meint ihr? Findet ihr das Babynest mit Klappe auch schöner? Mir gefällt das Ergebnis jedenfalls gut und ich freue mich darauf, das Babynest in ein paar Monaten in Betrieb zu nehmen. Und jetzt husche ich mit diesem Beitrag zum ersten Mal zu den verschiedenen Dienstag-Linksammlungen und zum KiddiKram und schaue um welche Anregungen ich meine to-sew-Liste noch erweitern kann.

Liebe Grüße
Metti

Links: Creadienstag

Handmade on Tuesday

Dienstagsdinge

Kiddikram

Schnitt: Babynest mit eigenen Änderungen

Stoff: Augsburger Restehaus

 

 

 

Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen!