Blusen-Sew-Along 2017 Teil 2 und 3

Blusen-Sew-Along 2017 Teil 2 und 3

Meinen ersten Beitrag zum Blusen-Sew-Along von Elke habe ich mit den Worten begonnen: „Eigentlich habe ich im Moment wichtigeres zu tun als für mich selbst zu nähen“. Warum ich mich trotzdem entschieden habe beim Sew-Along mitzumachen, und welche Schnitte und Stoffe ich dafür in die nähere Auswahl gezogen habe, findet ihr hier. Allerdings kam es dann wie es kommen musste und die Zeit wurde reichlich knapp. Beim zweiten Treffen, bei dem es um Schnittänderungen, erste Nähte und Hürden ging, war ich daher auch nicht dabei. Bei mir ging es nämlich erst am Montag, 06.02., mit dem Schnitt-Abpausen los. Zeit für ein Probemodell war natürlich keine mehr. (Zugegebenermaßen bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Unlust nicht auch bei ausreichender Zeit gegen ein Probemodell gewonnen hätte.)

Schnittänderungen und erste Nähte

Da dies der erste Burda-Schnitt war, den ich für mich genäht habe, musste ich mich natürlich zuerst ausmessen. Außerdem habe ich eine passende Bluse zum Vergleich auf das Schnittmuster aufgelegt. Das Ergebnis war etwas ernüchternd. Die gekaufte Bluse in 38 passte reichlich knapp in die Größe 44 von Burda. Lieber etwas zu weit als zu schmal, dachte ich mir und holte erstmal Geodreieck und Stift. Übrigens das erste Mal, dass ich einen fertigen Schnitt vergrößert habe. War dann aber leichter als erwartet.

Burda Schnitt anpassen

Ich habe direkt im Schnittbogen gearbeitet. Eine weitere Linie macht es auch nicht mehr unübersichtlicher.

Die erste Naht nähte ich am Dienstag, nachdem endlich alle Teile zugeschnitten waren. Ich habe mit Rollschneider und Lineal zugeschnitten, da ich gerade nur weiße Schneiderkreide hier habe. Da muss ich mich wohl mal besser ausstatten…

Rüsche

Die Rüschen waren wie erwartet kein Problem. Ich habe sie mit einem dünnen Overlockstich gesäumt. Allerdings sind die Rüschen sehr schmal und überdecken sich kaum. Schaut man seitlich auf die Bluse, sieht man die einzelnen Nähte mit denen die Rüschen aufgesteppt sind. Nachdem mir das aufgefallen war, habe ich die Fotos im Burda-Magazin mal genauer angeschaut und siehe da, dort sieht man die Nähte auch. Wäre mir das früher aufgefallen, hätte ich die Streifen wohl verbreitert.

Übrigens noch etwas zum Thema Burda-Anleitungen: die Rüschen sind nicht als Schnittteil, sondern als Rechteck mit Zuschnittmaßen im Heft angegeben. Den anderen Schnittteilen sollen Naht- und Saumzugaben von 1,5 cm zugegeben werden, bei den Rüschen sind bereits Zugaben in den Maßen enthalten. Rüsche a ist allerdings nur 3 cm breit. Muss man jetzt daraus schließen, dass die Rüsche nur aus Zugaben besteht? Noch konfuser wird es, sobald es ans Nähen geht. Der erste Schritt ist, „die Zugaben je einer Längskante (Außenkante) [der Rüschen] abzuschneiden“. Danach soll man jede Rüsche „1cm und 1,5 cm neben der Innenkante einreihen“. Interessant. Offensichtlich sind die enthaltenen Zugaben also deutlich geringer als die selbst anzuzeichnenden. Wieviel geringer, bleibt aber ein Geheimnis. (Ich habe übrigens keine NZ abgeschnitten, da ich die Rüschen versäubert habe. Und zwar mit einem schmalen Ovi-Stich direkt an der Kante um keine Weite zu verlieren.)

Passe verstürzen

Im Schnitt ist nur eine einlagige Passe vorgesehen. Ich habe mich aber für eine doppelte, verstürzte Passe entschieden. Elke hat hier genau erklärt wie das geht. Abnäher drehen

Als weitere Schnittänderung habe ich den Brust- und Taillenabnäher verändert. Dafür habe ich das Vorderteil (ohne Abnäher) und das Rückenteil mit der Passe verstürzt und dann vor dem Spiegel anprobiert um den Brustpunkt festzustellen. Sicher nicht die eleganteste Lösung aber angesichts der Zeit die einfachste. Im Bild seht ihr einmal den Brustpunkt der sich aus den Abnähern für Größe 46 im Schnitt ergeben würde und rechts oberhalb davon meinen Brustpunkt. Den Taillenabnäher für Größe 36 habe ich übernommen und den Brustabnäher (mit einer Scherung, um den Flächeninhalt und die „Basis“ des Abnähers zu behalten) Richtung neuem Brustpunkt „gedreht“. (Sorry, da spricht die Mathematikerin in mir.)

Burda-Bluse noch ohne Ärmel

Zwischenstand

Seit Sonntag sammelt Elke auch den dritten Teil des Sew-Alongs bei dem es um den Zwischenstand geht und die Frage ob man etwas gelernt hat. Gelernt habe ich vor allem, dass doch noch ein recht großer Unterschied zwischen Herrenhemd und Bluse besteht. Ersteres dauert vielleicht mit langen Ärmeln und Manschetten, Tasche und „richtigem“ Kragen länger, ist aber nicht so fummelig wie eine Bluse. Gerade bei den Kappnähten im Ärmelloch kam ich ganz schön ins Schwitzen. Und so richtig schön sind sie auch von innen nicht geworden. Und mit dem schmalen Stehkragen musste ich auch ganz schön kämpfen. Für heute bleibt er drin, aber eigentlich müsste er nochmal herausgetrennt werden. Vermutlich müsste ich den Halsausschnitt auch im Rücken etwas tiefer setzten. Warum erzähle ich euch (hoffentlich) später heute, beim Finale.

Burda-Bluse ohne Knöpfe

Meiner Bluse fehlen zwar noch die Knopflöcher und Knöpfe, aber das wird heute hoffentlich noch. So, damit verabschiede ich mich jetzt ganz schnell ins Bett. Ist doch wieder später geworden als geplant…

Liebe Grüße
Metti

Links: Blusen-Sew-Along Teil 3

Schnitt: Bluse 102 (Ärmel 103) Burda 8/2016

Stoff: Augsburger Restehaus

 

 

Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen!