Lieblings-Kuschel-Outfit für kalte Wintertage

Shelly Jolijou

Ok, zugegeben, mit meiner Shelly komme ich ungefähr fünf Jahre zu spät. Dieses Schnittmuster von Andrea Müller a.k.a. Jolijou gibt es nämlich schon seit März 2012. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Nase allerdings noch zwecks Promotion in Büchern und Archiven vergraben und von Nähblogs, RUMS und ähnlichem nie etwas gehört. Als ich 2015 endlich wieder etwas mehr Zeit zum Nähen hatte, entdeckte ich auch die Welt der Blogs und Blogparties für mich. Jeden Mittwoch und Donnerstag stöberte ich durch Berge von Inspirationen und stieß dabei unweigerlich auch auf Shelly. In hundert verschiedenen Varianten. Besonders hatte es mir diese angetan: die Street Style Shelly von Frau Müller/Jolijou selbst. Eine verlängerte, kuschelige Variante aus grauem Sweat kombiniert mit rotem Jersey im XXL-Kragen und rot-gestreiften Bündchen. Da ich sowieso gerade dabei war meine Garderobe von schick und hörsaaltauglich auf bequem und alltagstauglich umzustellen, kam so eine bequeme Kuschel-Shelly genau richtig. Mein Traum ging allerdings eher so in Richtung blau, kombiniert mit blau. Gerne gepunktet. Tatsächlich fand ich den blauen, gepunkteten, angerauten Sweat den ich mir vorgestellt hatte im örtlichen Stoffladen. In der Restekiste. Ein Stück von einem halben Meter vielleicht. Auf die nächste Bestellung warten? Öh, nein. Wenn ich mir gerade ein Projekt in den Kopf gesetzt habe, dann muss es auch auf der Stelle umgesetzt werden. Also wurde der Plan ganz spontan geändert und stattdessen grauer Sweat und roter sowie rotgestreifter Jersey besorgt. Inzwischen gibt es zwar noch zwei weitere Shellys in meinem Schrank, aber wie mir gerade auffällt ist keine davon blau oder gepunktet. Muss ich wohl noch eine nähen.

Shelly und Jeans-Rock

Diese erste Shelly war übrigens mein erstes selbstgenähtes Oberteil, meine erste Begegnung mit Stoffen die keine Webware sind und mein erster E-Book-Schnitt. Eine ganze Serie von Premieren also. Passt dann doch perfekt, das es jetzt auch mein erstes verbloggtes Nähwerk und die erste RUMS-Teilnahme ist.

gestreiftes Bündchen

Zum Glück hab ich seitdem nähtechnisch noch ein bisschen was dazugelernt. Zum Beispiel wie man Streifen perfekt (oder zumindest fast perfekt) aufeinandertreffen lässt. Allerdings ist das zugegebenermaßen mit der Overlock auch deutlich leichter als es mit der Singer-Discounter-Nähmaschine war. (Wie man mit Stativ und Selbstauslöser scharfe Fotos macht lerne ich noch. Hoffentlich.)

Kräuselung am Halsausschnitt

Das man für eine Kräuselung wirklich zwei parallele Nähte steppen sollte, habe ich inzwischen auch eingesehen. Damals dachte ich, dass es eine Naht auch tun würde. Deshalb ist die Kräuselung so schön ungleichmäßig verteilt. Überhaupt sitzt diese erste Shelly im ganzen Arm-/Schulterbereich nicht so richtig gut und wirft Falten über der Brust. Das liegt wohl unter anderem auch an der symmetrischen Armkugel. Meiner Meinung nach passt es aber ganz gut zu dem kuscheligen Gesamteindruck. Bei der zweiten Shelly habe ich den Armausschnitt an Vorder- und Rückenteil ohne Nahtzugabe zugeschnitten. Das hat zwar etwas geholfen, aber das Problem noch nicht ganz gelöst.

Shelly Jloijou mit Taschen

Meine Shelly hat natürlich noch Taschen verpasst bekommen. Schließlich muss ich meine Hände irgendwo verstauen können. Meiner Meinung nach sind die Taschen aber auch optisch nochmal das Tüpfelchen auf dem i. Damit sich die Taschenbeutel nicht nach außen stülpen können, habe ich sie von innen unsichtbar mit der Hand festgenäht. Eine sichtbare Naht wollte ich nicht so gerne haben.

Tasche Shelly

Übrigens habe ich diese spontan gewählte und für mich eher ungewöhnliche Farbkombi keine Sekunde lang bereut. Diese Shelly hat sich für mich zum absoluten Lieblingsteil entwickelt und wird im Winter in Dauerschleife getragen.
Meistens in Kombination mit meinem Lieblings-Jeans-Rock. Der den Kleiderschrank nur relativ selten und die Waschmaschine dafür relativ häufig sieht 😀 . Den habe ich im Februar 2016 genäht und als mein J-Projekt bei den 12 Letters of Handmade Fashion eingereicht. Den Schnitt habe ich von meinem auseinanderfallenden Lieblings-Kauf-Rock abgenommen.

Jeansrock nähen

Ich mag diesen Schnitt immer noch sehr gerne und überlege mir noch ein Exemplar zu nähen. Allerdings gibt es gefühlt 100 Schnittteile, da der Rock nicht nur auf jeder Seite sechs Bahnen hat, sondern die Taschen jeweils noch unterteilt sind.

Unterteilte Tasche Jeans-Rock vorne

 

unterteilte Tasche Jeans-Rock hinten

Die Nähte sind übrigens nicht mit der Zwillingsnadel genäht, sondern in zwei Schritten abgesteppt. Zum Einen hatte ich vor einem Jahr aus unbekannten Gründen noch großen Respekt vor der Zwillingsnadel. Zum anderen musste mein armes Maschinchen sowieso schon ordentlich kämpfen. Gerade an den Taschen kommen schnell mal sechs bis sieben Schichten Jeans übereinander. In Kombination mit dem dickeren Jeans-Garn zum Absteppen kam meine Anfänger-Nähmaschine da doch an ihre Grenzen. Durch alle schwierigeren Stellen musste ich mich mit dem Handrad quälen. Letztlich wurde dieser Rock damit zum Anlass eine neue Nähmaschine anzuschaffen.

Den Used-Look habe ich übrigens mit Hilfe von DanKlorix erzeugt. Inzwischen ist aber auch einiges an „echtem“ Used-Look dazugekommen.

Jetzt werde ich mal schauen wie viele von euch mutiger waren als ich und trotz der Kälte draußen Fotos gemacht haben.

Liebe Grüße
Metti

Link: RUMS

Schnitt Sweater: Shelly von Jolijou, verlängert und Taschen ergänzt

Schnitt Jeans: vom Kaufrock abgenommen

Stoffe: örtlicher Stoffladen

2 Replies to “Lieblings-Kuschel-Outfit für kalte Wintertage”

  1. Sieht sehr gemütlich aus Deine Shelly und der Jeansrock ist ja echt ein Knaller. Toll!
    Ganz liebe Grüße, Mirja

    1. Ganz herzlichen Dank, liebe Mirja! (Der erste Kommentar, ich freu mich!)

Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen!